Cengiz‘ Weihnachten

Heiligabend. Nach der schockierenden Nachricht vom Tod des hessischen Kollegen starte ich heute etwas nachdenklich in den Nachtdienst. Es ging direkt trubelig los. Keine Zeit, gemeinsam am Baum zu sitzen. Einbrüche, Unfallfluchten und ein Randalierer beschäftigen uns. Um 01.00 Uhr ist es noch immer unruhig.  Ich bin alleine unterwegs und draußen schüttetet es aus Kübeln. Bisschen trist, diese heilige Nacht.

Auf der Suche nach einer ausgebüxten 14jährigen stelle ich den Streifenwagen am Bahnhof ab und latsche zum Gleis. Bis auf einen Typen in Jogginghose, der mit tief ins Gesicht gezogener Kappe am Fahrkartenautomaten gerade auf dem Display rumtatscht, ist hier niemand. Es regnet Bindfäden, nichts wie zurück in den Wagen.  Weiterlesen „Cengiz‘ Weihnachten“

Weihnachten

Wenn es draußen kalt ist, und drinnen gemütlich; wenn der Schnee im Auto langsam auf der Fußmatte schmilzt, während die Lüftung mühevoll versucht, die vom Eiskratzen schockgefrosteten Finger aufzutauen, und wenn der Nachbar einem einen abfahrtslauftauglichen Schneehügel vor die Einfahrt schippt, dann fühlt es sich wie Weihnachten an. Weiterlesen „Weihnachten“

Tag der offenen Tür

„…meinen Sie denn, Sie finden den Führerschein noch, oder…?“ erkundige ich mich höchstvorsichtig bei der Oma in dem lila Micra. „Näää, ich habbet gleich!“ Irgendwo in den Tiefen der beigen Omageldbörse ist er sicher, der gute alte Lappen. Noch sucht sie allerdings ganz vertieft. „Sie haben ja schon ein bisschen… sagen wir… frech geparkt, hier so mitten vor der Sparkasse. In der Fußgängerzone.“ halte ich zwinkernd das Gespräch am Laufen. „Ach, getz hör’n Se mir aber auf. Die paar Minuten. Werden Se ma nich‘ komisch.“ Sie sucht noch immer. Weiterlesen „Tag der offenen Tür“