Flurwochen-Leaks

Die erste Nachtschicht der Woche. Ich lasse mich in den Sessel am Wachtisch plumpsen, und noch bevor der Spätdienst-Kollege mir berichten kann, was ich wissen muss, bimmelt das Telefon. „Das ist dann wohl jetzt für mich.“  murmle ich, schnappe mir den Hörer und sage mein Sprüchlein auf. Weiterlesen „Flurwochen-Leaks“

Premiere!

Die Mütze sitzt irgendwie komisch. Aber eins muss man sagen: sieht ja schon amtlich aus, erwachsen und cool. Nein. Nein nein: das muss ich revidieren: cool nicht. Auch die Hose – sowas trägt privat keiner freiwillig! Allein diese Farben – braun / grün. Wann auch immer das modern war, war ich noch nicht mal geplant. Naja, ist ja auch Uniform. Soll nicht modisch sein sondern erkennbar. Und mit der Lederjacke wird’s ja dann doch fast ein bisschen cool. Fühlt sich jedenfalls noch ein bisschen nach Verkleidung an. 

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Freie Daten

Während die Kollegen draußen bei einem Brand den Verkehr regeln und der Feuerwehr Platz schaffen, sitze ich ziemlich einsam und verlassen am Telefon. Bis (na klar) jemand anruft, um Hilfe in mehr oder minder dringenden Problemen zu bekommen.

Als erstes trägt mir die ältere Dame am Telefon stolz ihren Doppelnamen vor. Dann legt sie los. Weiterlesen „Freie Daten“

Servicewüste Deutschland

Der kernige junge Mann, den die Kollegen zur Wache gebracht haben, wirkt auf den allerersten Blick ein bisschen angespannt.

Er war ein fast ganz normaler Kunde bei der Bank. Gut, an allen Wartenden vorbei hatte er sich nach ganz vorne zum Schalter gedrängelt, die Kundengespräche der Mitarbeiterinnen harsch unterbrochen und sofort sein Anliegen vorgetragen. Aaaaber es war dringend. Als die zuständige Mitarbeiterin dann nicht pronto die richtige Tastenkombination gedrückt hatte, war er ausfallend geworden und hatte ihr Schläge angedroht. Klappte aber auch mal wieder rein gar nix da bei dem Saftladen. Nun, im Gewahrsam, erklärte er uns noch einmal ruhig und bestimmt die ganze Problematik. Weiterlesen „Servicewüste Deutschland“

Aufn •

Ich mag den Ruhrgebietsmenschen ja gut leiden. Besonders dafür, dass er sich seine direkte Art nicht nur nachsagen lässt. Nein. Der ist wirklich so, der Ruhri. Auch hier, im Ruhrgebietszonenrandgebiet, wird gesagt, was Sache ist, oder besser: wat ambach is. Oder am Bach? Googelt das selbst. 

Und Satzbau ist hier oft kein Fünf-Gänge-Menü aus Substantiven, Verben und Adjektiven, feinstens gewürzt mit wohl sortierten Präpositionen, Pronomen und som  Chi-Chi. Nö. Sprache ist gutbürgerlicher Eintopf. Alles drin, was gut tut. Nix dran, was nich rein gehört. Kein Schnickschnack. 

Heute um 03.20h zum Beispiel hat uns eine nicht unfreundliche Dame laut und deutlich erläutert, weshalb ihr unser nächtlicher Besuch nicht sonderlich zupasse käme, sei sie doch eben gerade mit Körperhygiene befasst und verlasse daher nur ungern die Nasszelle, obschon deren Türe zur Diele geöffnet sei.  

„Hörma. Leute. Ich bin am kacken un‘ Tür is auf. Getz lass mich do’ma.“ Da weißte, wo de dran bis‘ – sprachlich gefällt mir das ja irgendwie. Aber abspülen hätte se ruhig können. Und Hände waschen. 

Alten Ekel.