Von rosa Briefen und Weihnachtsgeschenken

Ich hoffe, ihr seid gut in das verschneite Wochenende gestartet. Ich habe den Vormittag im Frühdienst verbracht und bin genau zweimal für die Kollegin ans Telefon gegangen. Und was soll ich sagen: zwei echt interessante Menschen hatte ich da an der Strippe. Weiterlesen „Von rosa Briefen und Weihnachtsgeschenken“

Durchsage

Wer von euch ist denn schon mal angehalten worden? Ich selbst wurde schon dreimal raus gewunken. Beim ersten Mal hatte ich gerade die Zusage, die Ausbildung bei der Polizei machen zu dürfen und fand die Kontrolle total spannend. Die übrigen beiden Male waren unspektakulär. Richtig aufregend wurden aber dann die ersten Kontrollen, die ich selbst durchführte.

Nach reichlich Training auf dem Ausbildungsgelände durfte ich endlich ran an den Bürger und konnte es kaum erwarten. In Uniform mit einer scharfen Waffe im Streifenwagen zu sitzen, die vielen Knöpfe für Funk und Blaulicht zu bedienen und Menschen zu kontrollieren, bei denen man nie weiß, was sie zu verbergen haben. Meine Güte, das war schon ein ziemlicher Wust an neuen Eindrücken. Die ersten Autos suchte noch mein Tutor aus. Es lief ganz gut für mich, die Leute waren freundlich und ich konnte Schrittchen für Schrittchen den Plan in meinem Kopf abarbeiten.  Von mir aus hätte das gern noch ein bisschen so weitergehen können, aber das wäre ja langweilig. So kam, was kommen musste: Der Fahrer vor uns sah das blinkende „STOPP – POLIZEI“ Schild auf dem Streifenwagen nicht, sondern fuhr und fuhr und fuhr.

„Wir können jetzt nicht hinter dem her fahren, bis der Tank leer ist. Nimm doch mal den Außenlautsprecher und sag ihm, er soll anhalten!“ – schlug der Kollege vor. Na super. Die erste richtige Polizei-Durchsage meines Lebens. Jetzt nicht blamieren, Mut zusammennehmen und los: „Fahren Sie bitte rechts ran!“ Puh. Geschafft. Bloß hielt der Typ nicht an, sondern der Kollege von der Wache meldet sich lachend am Funk: „Hahahahaha… ich bin mit dem Bürostuhl ganz nach rechts gefahren. Und jetzt?“ 

Und jetzt?! Jetzt weiß ich, dass ich nächstes Mal einen anderen Knopf drücken muss, um eine Lautsprecherdurchsage zu machen.

Peinlich.

Bemerkenswert

Willkommen!

Schön, dass du da bist – Komm, wir gehen auf Streife!

Wie im echten Streifenwagen auch würde ich mich freuen, wenn wir über meine Begegnungen mit Menschen ins Gespräch kämen. Du kannst (auch gern anonym) überall Beiträge kommentieren oder mit anderen teilen. Es wäre mir ein Fest!


Alle Beiträge, die ich 2013 verfasst habe, findest du auf meinem alten Blog. Hier entlang, bitte.

Täter vor Ort

Mal wieder ein länger zurückliegender Einsatz. Ein Nachtdienst im Sommer, es sind Ferien, laue Temperaturen. Wenn der Chef nicht hinguckt krempelt der eine oder andere Kollege heimlich die Uniformärmel hoch. Kann losgehen. Geht auch los: die Leitstelle ruft uns:

„Fahrt mal zügig in die #####straße. Aus Hausnummer ## hört jemand Geräusche aus dem Nachbargarten. Da bricht vermutlich gerade jemand in die Laube ein! Sehen kann der Melder nichts, da ist ne Hecke zwischen. Der wohnt da auch noch nicht lange. Keine Ahnung, was da dran ist.“

Blaulicht an, auf geht’s! Mehrere Streifenwagen kommen aus verschiedenen Richtungen. Als wir eintreffen ist Totenstille. Verdammt! Sind die Täter schon weg? Wir waren in der Nähe und deshalb ziemlich schnell hier. Ich höre und sehe nichts, schon gar nichts Verdächtiges. Oder die hocken hier im Dunkeln irgendwo im Gebüsch. Hohe Hecken und Gartenzäune trennen die einzelnen Grundstücke. Wenn hier jemand flüchtet, dann nicht, ohne mächtig Lärm zu verursachen. Wir umstellen das Gelände und warten auf den Diensthund. Lampen aus, Ohren auf.

„Da! Da rennt einer!“ – Ich höre Schritte. Mindestens zwei Leute rennen auf dem Nachbargrundstück hinter der Hecke weg: „Stehenbleiben! Polizei!“ ich sehe nicht viel, zumindest keine Täter, aber ich höre sie und schreie sie an. Nochmal: „Stehenbleiben!“ Die Kollegen laufen zu mir rüber. Die Schritte sind ganz nah, direkt hinter der Hecke, und laufen in die eine, dann in die andere Richtung. Jagdfieber! Die packen wir uns!

Jetzt ist es wieder still. Na wartet: spätestens der Hund findet euch gleich. Ich laufe noch ein paar Meter bis zur nächsten Ecke, von hier kann ich doch ein bisschen auf das Grundstück gucken. Die Täter müssen da irgendwo hocken. Mit der Taschenlampe leuchte ich über den Zaun. Blöde Funzel, ich seh fast nichts. Doch! Da steht der Flüchtende! Schnaubend. Und wiehernd. Wiehernd?

Habe ich gerade ernsthaft ein Pferd angeschrieen? Boden, tu dich auf.

Als mein Adrenalinschub nachlässt und die Kollegen sich von ihrem Lachanfall erholt haben, schlurfen wir zu unseren Autos zurück. „Aber heeey: es hat auf dich gehört und ist wirklich kurz stehengeblieben! Saubere Arbeit!“ klopft mir der Kollege noch immer prustend auf die Schulter.

Na, danke! Das Lob kann ich gebrauchen…

14 für einen Augenblick

Ich habe jetzt reichlich hin und her überlegt, ob ich diesen Beitrag hier unterbringe oder es lasse, denn schließlich betrifft er mich eigentlich privat. Er spielt sich allerdings im Dienst ab. Wer skeptischen Blicks rüber ruft: „Wie bitte? Privatkram im Dienst?“, dem möchte ich entgegnen: du hast Recht. Aber ich versichere, die Zeit, die ich mit Smalltalk vertrödelt habe, beim Frühstück wieder rausgearbeitet zu haben. Das besagte Brötchen habe ich mir während des nächsten Einsatzes im Stehen reingeschoben. Von der Absperrung habe ich euch ja gestern erzählt. Also: Keine Sorge, ich vergeude eure Steuern nicht mit dauernden privaten Erledigungen. Ach, was rede ich? Lest doch selbst:

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Da lang!

Ich habe wieder Menschen kennengelernt. Und zwar hatte ich die ehrenvolle Aufgabe, zur Berufsverkehrszeit heute Nachmittag eine Straße zu sperren. Über die verschiedenen Arten, an Absperrungen durch mehr oder weniger pfiffige Fragen aufzufallen, habe ich mich ja bereits vor einiger Zeit ausgelassen. Heute traf ich auf eine neue Kategorie. Eine freundliche junge Frau, die zu mir fuhr, blieb durch ihre schier endlose Flexibilität auf. Und das lief so: Weiterlesen „Da lang!“

Kein Problem

Die Leitstelle spricht uns am Funk an: „Als nächstes hab ich ’n Spezialauftrag“ Och nö, das verheißt doch schon nichts Gutes. „Fahrt mal auf den Parkplatz bei ####, da hat ein Mann angerufen, der wohl einen Schaden am Auto hat, und die werden sich da irgendwie nicht einig. Keine Ahnung ob das ’n Unfall ist. Im Hintergrund gifteten sich jedenfalls zwei Frauen an!“ Weiterlesen „Kein Problem“