Aber ehrlich

Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch!

Ich hoffe ihr habt lecker gegessen, das Raclette wieder einigermaßen sauber gekriegt, das Konfetti aus dem Wohnzimmerteppich gepult, ein paar Raketen gezündet, dabei nicht Nachbars Hecke in Schutt und Asche gelegt und bestenfalls sogar nette Menschen getroffen – also nicht mit den Raketen… ach, ihr wisst schon… was man eben so macht, bevor man einen neuen Kalender anfängt. Ich hatte Nachtdienst an Silvester, habe auch nette Menschen getroffen und weniger nette, aber keine, von denen es sich groß zu berichten lohnt. Gestern allerdings musste ich bei einer nächtlichen Begegnung in einer Verkehrskontrolle (endlich) mal wieder laut loslachen.  Und das kam so:

Gegen 01.00 Uhr haben zwei Kollegen ein Auto angehalten, dessen Fahrerin verdächtig entspannt wirkte. Sie kicherte und scherzte wie verrückt und redete wie ein Wasserfall. Ihre prächtige Partylaune war leicht zu erklären, hielt man seine Nase einmal in den Innenraum ihres Kleinwagens. Ein süßlicher Marihuana-Geruch hatte sich ausgebreitet und sie und ihr Mitfahrer waren ganz schön breit. Auch wenn sie so gar keine Lust auf die Konzentrationstests vor Ort hatte war den Kollegen klar: Im Straßenverkehr hat Madame nichts zu suchen. Es stand ihr also eine Fahrt zur Wache bevor und ich hatte die Ehre, die Kollegen bei der Kontrolle zu unterstützen und die Dame vor dem Transport zu durchsuchen. Zugeben wollte sie nicht, dass sie am Abend gekifft hatte. „Das ist schon mindestens drei Wochen her“ – schätzte sie. Aber schwindeln war ja auch ihr gutes Recht und die Wahrheit würde sich ja spätestens mit dem Ergebnis der Blutprobe auch gerichtsverwertbar herausstellen. Bevor sie sich in den Streifenwagen setzte kam die Frage auf, die immer aufkommt, wenn wir jemanden mitnehmen. „Wie komme ich denn später wieder zu meinem Auto? Oder nach Hause? Fahren Sie mich zurück?“ – „Wenn der Test negativ ist, dann können wir Sie bringen“ – versprach der Kollege vollmundig (und in dem Wissen, dass ein negativer Test nur durch ein Wunder oder einen sonstigen Fehler in der Matrix zustande kommen würde).

„Na gut, dann rufe ich eben meine Mutter an!“ schlussfolgerte unsere Probandin. Ich habe mich lange nicht mehr so über ein ungewolltes Geständnis amüsiert. Und sie hat es noch nicht einmal bemerkt. In diesem Sinne:

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